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Stand (26.11.2021)

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ACHTUNG bei Minijobs: Steuer-ID muss angegeben werden

ACHTUNG:

Seit 01.01.2021 muss für Minijobber an die Minijob-Zentrale die Steuer-ID-Nummer angegeben werden. Hierfür gibt es eine Übergangsfrist bis 01.01.2022. Für Jahresanmeldungen in 2021 muss bereits zwingend die Steuer-ID-Nummer mit angegeben werden. D. h. Minijobber die über den 31.12.2021 hinweg beschäftigt und folglich im Januar/Februar 2022 eine Jahresmeldung 2021 bekommen, müssen die Steuer ID schon jetzt mit angeben.

Tipp:

Beachten Sie, dass sich durch die Anhebung des Mindestlohns die Arbeitszeit von Minijobbern verkürzt. Wir empfehlen die Stundenanzahl abzurunden, da Lohnprüfer sehr genau nachrechnen.

Mindestlohn

Ab 2022 steigt der Mindestlohn in zwei Stufen an:

  • ab 01.01.2022 auf 9,82€ pro Stunde
  • ab 01.07.2022 auf 10,45€ pro Stunde.

Derzeit liegt der Mindeslohn bei 9,60 € pro Stunde. Natürlich können Sie freiwillig jederzeit einen höheren Stundenlohn zahlen.

Bitte beachten Sie: Die Gehälter von angestellten Ärzten und Medizinischen Fachangestellten liegen in der Regel höher als der Mindestlohn. Dennoch beschäftigen viele Praxen und Unternhemen zum Beispiel Minijobber wie Reinigungskräfte. Für sie müssen Arbeitgeber mindestens wöchentlich Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit maschinell oder manuell aufzeichnen und diese Dokumentation mindestens zwei Jahre aufbewahren. Vergessen sie dies, können bei einer Prüfung hohe Strafzahlungen verhängt werden. Das gilt auch für Entleiher, denen ein Verleiher Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlässt und für geringfügig Beschäftigte.

Personenkreise für die Mindestlohn nicht oder nur eingeschränkt gilt 

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Auszubildende (altersunabhängig) im Rahmen der Berufsausbildung (beachten Sie bitte die Mindestausbildungsvergütung)
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit,
  • Praktikanten, die im Rahmen ihrer Schul- oder Hochschulausbildung ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen,
  • Praktikanten, die freiwillig ein bis zu dreimonatiges Praktikum zur Berufs- bzw. Studiums-Orientierung durchführen
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen,
  • Ehrenamtler.

Anmerkung: Bei Verträgen mit Minijobbern muss überprüft werden, ob durch den Mindestlohn die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro pro Monat überschritten wird. Diese soll im Übrigen laut Sondierungspapier von 450 Euro auf 520 Euro angehoben werden. Weitere Informationen stehen jedoch derzeit noch nicht zur Verfügung. Sollte die Erhöhung kommen, werden wir Sie hier und auf unserer Sonderseite zum Mindestlohn informieren.

Mindestlohnrechner

Sie wollen wissen, wie sich der Mindestlohn konkret auf das Gehalt Ihres Mitarbeiters auswirkt? Oder interessieren Sie sich für den Stundenlohn, basierend auf dem Monatsgehalt und der vereinbarten Arbeitszeit? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf seiner Webseite einen entsprechenden Rechner zur Verfügung. 

Beachten Sie , dass Sie als Arbeitgeber dem dort errechneten Bruttogehalt weitere 22 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung hinzurechnen müssen!

Mindestausbildungsvergütung

Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG) soll die berufliche Ausbildung in Deutschland gestärkt werden. Dazu wird bis 2023 unter anderem die Ausbildungsvergütung stufenweise angehoben. Tarifverträge haben dabei nach wie vor Vorrang. Ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, erhalten Auszubildende mindestens:


Ausbildungsjahr

1

Ausbildungsjahr

2

Ausbildungsjahr

3

Ausbildungjahr

4

ab 2020

515 €

608 €

695 €

721 €

ab 2021

550 €

649 €

743 €

770 €

ab 2022

585 €

690 €

790€

819 €

ab 2023

620 €

732 €

837 €

868 €



(+18% zum 1. Ausbildungsjahr)

(+35% zum 1. Ausbildungsjahr)

(+40% zum 1. Ausbildungsjahr)

Beachten Sie bitte die weiteren Neuerungen, die nun fest im BBiG geregelt werden:

  • Haben Auszubildende mehr als 5 Schulstunden an einem Berufsschultag, müssen Sie weder vorher noch nachher in den Ausbildungsbetrieb, damit Sie Zeit zur Vor- bzw. Nachbereitung des Lernstoffs haben. Diese Regelung betrifft nun alle Altersgruppen (vorher lediglich nur Minderjährige).
  • Betriebliche Lernmittel zahlt der Arbeitgeber.
  • Außerdem werden Auszubildende vor den Abschlussprüfungen einen Tag bezahlt freigestellt.

Midijobs

Midijobs sind Beschäftigungsverhältnisse mit geringeren Sozialausgaben für Arbeitnehmer.  Dabei darf das monatliche Entgelt eine gewisse Summe nicht überschreiten, muss aber höher sein als die Grenze zum Minijob (≥450,01€). 

Seit 01.Juli 2019 wird die Gleitzone beim Midijob durch einen neuen Übergangsbereich ersetzt. Seitdem liegt die Obergrenze für das Gehalt des Midijobbers bei 1.300 € monatlich. 

Neben der reduzierten Beitragsbemessung gibt es eine weitere, für den Arbeitnehmer positive Neuerung. Bisher führte die Reduzierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auch zu einer Minderung des Rentenanspruchs, es sei denn man verzichtete ausdrücklich darauf.  Eine solche Verzichtserklärung ist seit Juli nicht mehr notwendig.  Die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge führen seitdem automatisch nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen. Zugrundegelegt wird vielmehr das tatsächlich erhaltene Arbeitsentgelt. 

TIPP:

Bewahren Sie zu Beweiszwecken dennoch bis zur nächsten Betriebsprüfung bisher erteilte Verzichtserklärungen auf.

Zeiterfassung

Sie wollen die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter schnell und unkompliziert erfassen? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf seiner Internetseite eine kostenfreie  Zeiterfassungs-App zur Verfügung.

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