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Mindestlohn, Minijobs und Midijobs

1. Mindestlohn

Ab dem 01.01.2020 steigt die Lohnuntergrenze auf 9,35 € pro Stunde.

Die Gehälter von angestellten Ärzten und Medizinischen Fachangestellten liegen in der Regel höher als der Mindestlohn. Dennoch beschäftigen viele Praxen zum Beispiel Minijobber wie Reinigungskräfte. Für sie müssen Praxisinhaber mindestens wöchentlich Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit maschinell oder manuell aufzeichnen und diese Dokumentation mindestens zwei Jahre aufbewahren. Vergessen sie dies, können bei einer Prüfung hohe Strafzahlungen verhängt werden.

Für bestimmte Personenkreise gilt der Mindestlohn nicht oder nur eingeschränkt: 


  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Auszubildende (altersunabhängig) im Rahmen der Berufsausbildung, beachten Sie bitte die Mindestausbildungsvergütung unter Punkt 3
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit,
  • Praktikanten, die im Rahmen ihrer Schul- oder Hochschulausbildung ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen,
  • Praktikanten, die freiwillig ein bis zu dreimonatiges Praktikum zur Berufs- bzw. Studiums-Orientierung durchführen
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen,
  • Ehrenamtler.

Natürlich können Sie freiwillig jederzeit einen höheren Stundenlohn zahlen.

Neben diesem gesetzlichen Mindestlohn gibt es diverse Branchen-Mindestlöhne. Auch hier kommt es 2020 zu einigen Erhöhungen. Eine Übersicht der Branchen-Mindestlöhne sowie der entsprechenden Erhöhungen finden Sie »hier.

2. Mindestlohnrechner

Sie wollen wissen, wie sich der Mindestlohn konkret auf das Gehalt Ihres Mitarbeiters auswirkt? Oder interessieren Sie sich für den Stundenlohn, basierend auf dem Monatsgehalt und der vereinbarten Arbeitszeit? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf seiner Webseite einen entsprechenden Rechner zur Verfügung. 

Beachten Sie , dass Sie als Arbeitgeber dem dort errechneten Bruttogehalt weitere 22 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung hinzurechnen müssen!

3. Mindestausbildungsvergütung

Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG) soll die berufliche Ausbildung in Deutschland gestärkt werden. Dazu wird bis 2023 unter anderem die Ausbildungsvergütung stufenweise angehoben. Tarifverträge haben dabei nach wie vor Vorrang.


Ausbildungsjahr

1

Ausbildungsjahr

2

Ausbildungsjahr

3

Ausbildungjahr

4

ab 2020

515 €

608 €

695 €

721 €

ab 2021

550 €

649 €

743 €

770 €

ab 2022

585 €

690 €

790€

819 €

ab 2023

620 €

732 €

837 €

868 €



(+18% zum 1. Ausbildungsjahr)

(+35% zum 1. Ausbildungsjahr)

(+40% zum 1. Ausbildungsjahr)

Beachten Sie bitte die weiteren Neuerungen, die nun fest im BBiG geregelt werden:

  • Haben Auszubildende mehr als 5 Schulstunden an einem Berufsschultag, müssen Sie weder vorher noch nachher in den Ausbildungsbetrieb, damit Sie Zeit zur Vor- bzw. Nachbereitung des Lernstoffs haben. Diese Regelung betrifft nun alle Altersgruppen (vorher lediglich nur Minderjährige).
  • Außerdem werden Auszubildende vor den Abschlussprüfungen einen Tag bezahlt freigestellt.

4. Minijobs

Tipp:

Beachten Sie, dass sich durch die Anhebung des Mindestlohns die Arbeitszeit von Minijobbern verkürzt. Wir empfehlen die Stundenanzahl abzurunden, da Lohnprüfer sehr genau nachrechnen.

5. Midijobs

Midijobs sind Beschäftigungsverhältnisse mit geringeren Sozialausgaben für Arbeitnehmer.  Dabei darf das monatliche Entgelt eine gewisse Summe nicht überschreiten, muss aber höher sein als die Grenze zum Minijob (≥450,01€). 

Seit 01.Juli 2019 wird die Gleitzone beim Midijob durch einen neuen Übergangsbereich ersetzt. Seitdem liegt die Obergrenze für das Gehalt des Midijobbers bei 1.300 € monatlich. 

Neben der reduzierten Beitragsbemessung gibt es eine weitere, für den Arbeitnehmer positive Neuerung. Bisher führte die Reduzierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auch zu einer Minderung des Rentenanspruchs, es sei denn man verzichtete ausdrücklich darauf.  Eine solche Verzichtserklärung ist seit Juli nicht mehr notwendig.  Die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge führen seitdem automatisch nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen. Zugrundegelegt wird vielmehr das tatsächlich erhaltene Arbeitsentgelt. 

TIPP:

Bewahren Sie zu Beweiszwecken dennoch bis zur nächsten Betriebsprüfung bisher erteilte Verzichtserklärungen auf.

6. Zeiterfassung

Sie wollen die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter schnell und unkompliziert erfassen? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf seiner Internetseite eine kostenfreie  Zeiterfassungs-App zur Verfügung.

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