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Weniger Praxisgewinn = geringere Einkommenssteuer 

Nutzen Sie zum Jahresende wieder die Möglichkeiten, die Ihnen die Gewinnermittlung in Form der Einnahme-Überschuss-Rechnung nach § 4 (3) EStG bietet. Zahlen Sie Rechnungen für 2022 in 2021 und/oder verschieben Sie Einnahmen aus 2021 auf 2022. Damit senken Sie Ihren Praxisgewinn und Ihre Einkommensteuerlast in 2021.

Beachten Sie aber, dass Sie mit dieser Maßnahme keine Steuern sparen, sondern lediglich in das Jahr 2022 verschieben. Wenn Sie in 2022 steigende Einnahmen erwarten, ist das „Schieben“ vielleicht jetzt nicht angezeigt, da Ihre Steuern in 2022 dann besonders hoch ausfallen. Fehlt Ihnen aber jetzt gerade das Geld für eine Steuernachzahlung, könnten Sie mit dem „Schieben“ eine Entlastung Ihrer Liquidität erreichen.

Sie ermitteln Ihren Gewinn durch Einnahme- Überschuss-Rechnung nach § 4 (3) EStG. Möchten Sie in diesem Jahr noch Ihren Gewinn und damit Ihre Steuerlast senken? Dann versenden Sie Ihre Honorarabrechnungen so, dass Ihre Praxiseinnahmen erst nach dem 15.01.2022 auf Ihrem Konto eingehen. Gleichzeitig bezahlen Sie Materialrechnungen, Miete sowie andere laufende Kosten so, dass sie vor dem 15.12.2020 von Ihrem Konto abgehen.  

10-Tagesregel ungedingt beachten!
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Diese "Verschiebungen" müssen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgen. Wir haben die in § 11 EStG  festgelegte 10-Tages-Regel  in Ihrem Interesse um 5 Tage erweitert, damit der maßgebliche Wertstellungstag nicht gefährdet wird. Dies ist der Tag der Konto-Gutschrift/-Belastung, nicht der Überweisungstag. Gleiches gilt für Scheckzahlungen.

Steuern schieben heißt nicht Steuern sparen!

Alles, was Sie von 2021 auf 2022 verschieben, müssen Sie zusätzlich im nächsten Jahr versteuern.  Erwarten Sie aber in 2022 geringere Einkünfte als in 2021 oder fehlt Ihnen in diesem Jahr einfach das Geld für eine Steuernachzahlung, dann kann ein Verschieben sinnvoll sein.

Praxisliquidität  im Blick behalten:

Wenn Sie 100.000 Euro Steuern auf das Jahr 2022 verschieben, sinkt Ihr Kontostand zum Jahreswechsel um 200.000 Euro. Sie belasten also die Liquidität der Praxis im erheblichen Umfang.

Übersicht von konkreten Maßnahmen

Rechnungen in 2021 bezahlen

Zahlen Sie vor dem 15.12.2021 Rechnungen für 2022, zum Beispiel:

  • Praxismaterial (Bestellung und Kauf für 2022) 
  • Januarmiete oder Versicherungsbeiträge für 2022 
  • Rechnungen von Lieferanten 
  • Laborrechnungen 

Einnahmen nach 2022 verschieben

Versenden Sie Abrechnungen so, dass Ihre Patienten erst nach dem 15.01.2022 zahlen können. Grundsätzlich gilt dies auch bei Factoringgesellschaften (z.B. BFS, DZR, ZA, PVS, EOS, ...).

Es reicht nicht, die Factoringgesellschaft zu bitten, dass sie später überweisen soll. Denn maßgeblich für den Zufluss der Einnamen ist der Zeitpunkt, zu dem Sie über das Geld verfügen "könnten" und nicht tatsächlich können. Wann genau dieser Zeitpunkt ist, klären Sie am besten direkt mit Ihrer Abrechnungsgesellschaft ab. Versenden Sie Rechnungen auf jeden Fall so spät, dass die Gesellschaft Ihnen erst nach dem 15.01.2022 das Geld überweisen kann.

KZV-/KV-Zahlungen

Eingehende KZV-/KV-Zahlungen für 2021, die Ihnen zwischen dem 01.01.2022 und 10.01.2022 zugehen, gehören also zwingend in das Jahr 2021.

Investitionen in das Anlagevermögen

Sonderabschreibungen oder Investitionsabzugsbeträge – beide reduzieren Ihren Gewinn im Jahr der Geltendmachung – sind an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Sie erfordern eine individuelle Beratung. Falls Sie also größere Investitionen planen, »unterstützen wir Sie gern

Kosten für Betriebsveranstaltungen steuerlich richtig handhaben

Wird bei einer Betriebsveranstaltung der Freibetrag von 110 Euro überschritten, liegt insoweit steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Für den über 110 Euro hinausgehenden Restbetrag besteht jedoch die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung. Eine ordnungs- und fristgerechte (28.02. des Folgejahres) pauschale Besteuerung löst Sozialversicherungsfreiheit aus. Wird die Frist dagegen nicht eingehalten, fallen Sozialversicherungsabgaben in Höhe von ca. 40 % an.

Corona-Bonus

Bei Praxismitarbeiterinnen, die nicht nur Einkommenskürzungen durch Kurzarbeit hinnehmen mussten, sondern auch zusätzlichen Belastungen ausgesetzt waren, kann sich der Zahnarzt in diesem Jahr nicht einmal mit einer Weihnachtsfeier bedanken. Alternativ bietet sich vor Jahresende die Auszahlung eines (steuer- und sozialversicherungsfreien) Corona Bonus (maximal 1.500 €/Arbeitnehmer) an. Damit spart der Zahnarzt nicht nur Steuern, sondern zeigt dem Team seine Wertschätzung.

Rückzahlung Soforthilfe

Einige Zahnärzte hatten im April 2020 aufgrund dramatischer Terminabsagen in gutem Glauben Soforthilfe beantragt und ausbezahlt bekommen. Diese Zahlung ist wie eine Betriebseinnahme in 2020 zu versteuern. Hat sich in der Zwischenzeit aber herausgestellt, dass die Voraussetzungen doch nicht vorlagen, muss die Soforthilfe, wenn nicht bereits geschehen zurückgezahlt werden und reduziert damit den Gewinn um diesen Betrag.

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